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Schwangerschaft

Di??????????????????e Schwangerschaft ist auch unter den Namen Gravidität oder Gestation bekannt. Dabei umfasst die Schwangerschaft den Zeitraum, in welchem sich eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutter der Mutter einnistet und zu einem Kind heranwächst. Im Schnitt dauert die Schwangerschaft von dem Zeitpunkt der Einnistung bis zur Geburt in etwa 266 Tage. Dabei werden diese Tage in drei Trimester eingeteilt. In jedem dieser Trimester durchläuft der Organismus des Kindes wichtige Entwicklungen. Nach der Befruchtung der Eizelle bis zur achten Woche wird das Kind noch als Embryo bezeichnet. Danach wird es als Fötus bezeichnet. Ab diesem Zeitpunkt haben sich beim heranwachsenden Kind bereits innere Organe ausgebildet.

Begrifflichkeiten

Das Wort Schwanger stammt aus dem Althochdeutschen und bedeutet schwer oder auch schwerfällig. Ereignisse werden in der Medizin unterschiedlich eingeteilt

  • Pränatal – die Ereignisse sind während der Schwangerschaft eingetreten

  • Perinatal – die Ereignisse treten während der Geburt auf

  • Postnatal – die Ereignisse treten nach der Geburt auf

Im alltäglichen Sprachgebrauch sind zahlreiche Synonyme für die Schwangerschaft und die Geburt zu finden, welche sich auch regional unterscheiden.

Wie wird eine Schwangerschaft festgestellt?

Der Beginn einer Schwangerschaft kann auf zahlreiche Arten festgestellt werden. Es gibt Anzeichen einer Schwangerschaft, welche folgendermaßen unterteilt werden

  • unsichere Schwangerschaftszeichen. Hierzu sind das Ausbleiben der Menstruationsblutung, morgendliches Erbrechen und Übelkeit zu zählen

  • wahrscheinliche Schwangerschaftszeichen. Hierzu sind die Messungen des hCG-Hormons in Blut und Urin zu zählen. Beim hCG-Hormon handelt es sich um das Schwangerschaftshormon. Der Nachweis dieses Hormons gilt zwar als wahrscheinlich, ist allerdings nicht wirklich sicher

  • sichere Schwangerschaftszeichen. Hierzu ist die bildliche Darstellung des Fötus zu rechnen, welche beispielsweise mit Hilfe einer Sonographie durchgeführt werden kann. Auch der Nachweis der Herztöne und die spürbaren Bewegungen des Kindes sind zu den sicheren Schwangerschaftszeichen zu zählen

Wie wird der Geburtstermin berechnet?

Im Schnitt dauert die Schwangerschaft von der Einnistung bis zur Geburt in etwa 266 Tage. In den meisten Fällen wird die Schwangerschaft allerdings nicht ab dem Tag der Einnistung, sondern ab dem letzten Tag der Regelblutung gerechnet. Dieser Tag stellt für die meisten Frauen eine realistische Bezugsgröße dar. Mit Hilfe der Naegele-Regel und der Dauer eines Menstruationszyklus wird der Tag der Geburt errechnet.

Die Naegele-Regel

Diese Regel trägt ihren Namen von einem Gynäkologen, welcher mit dieser Formel den wahrscheinlichen Geburtstermin errechnete.

Erster Tag der letzten Menstruationsblutung + 7 Tage – 3 Monate + 1 Jahr

Erster Tag der Menstruationsblutung + 7 Tage + 9 Monate

Ist der Menstruationszyklus nicht 28 Tage wird die erweiterte Naegele-Regel angewandt

Erster Tag der letzten Menstruation + 7 Tage – 3 Monate + 1 Jahr -/+ der jeweiligen Abweichung des Zyklus

Bei der Naegele-Regel kann der genaue Geburtstermin natürlich nicht genau festgelegt werden, allerdings wird damit der Tag mit der höchsten Wahrscheinlichkeit der Geburt errechnet. 90 Prozent der Geburten finden nicht an diesem errechneten Tag statt, sondern in etwa drei Wochen vor oder zwei Wochen nach diesem Termin. Dennoch werden diese Geburten immer noch als sogenannte Termingeburten bezeichnet. Findet die Geburt mehr als drei Wochen vor dem errechneten Termin statt, handelt es sich um eine Frühgeburt. Bei übertragenen Geburten findet der Geburtstermin mehr als drei Wochen später statt.

Die Einnistung der Eizelle

Setzt sich die Eizelle in der aufgebauten Schleimhaut der Gebärmutter fest, wird dies als Einnistung bezeichnet. Ab diesem Zeitpunkt beginnt die eigentliche Schwangerschaft und kann nun auch mittels Hormonstatus festgestellt werden.

Jeden Monat macht sich eine Eizelle der Frau auf den Weg in die Gebärmutter, wobei der Eileiter durchwandert wird. Trifft die Eizelle auf ihrem Weg auf eine Spermazelle kommt es zu einer Befruchtung. Meist findet die Begegnung zwischen einer Samenzelle und einer Eizelle im Eileiter statt.

Mit Hilfe von Kontraktionen wird die befruchtete Eizelle aus dem Eileiter in die Gebärmutter transportiert. Für diesen Mechanismus ist das sogenannte Flimmerepithel verantwortlich. Bereits ab der Befruchtung beginnt der Kern der Eizelle sich zu teilen. Dadurch entstehen aus einer Zelle zwei und diese teilen sich erneut. Da kein neues Zellmaterial hinzukommt, werden die Zellen bei dieser Teilung zu Beginn immer kleiner. Jede dieser Zellen enthält allerdings bereits vollständig identische Erbanlagen, wodurch sich aus jeder ein Mensch bilden könnte. Die anfängliche Eizelle besteht am vierten Tag aus etwa 32 bis 64 solcher Zellen und trägt den Namen Blastozyste. Nun beginnen sich die Zellen nach und nach zu spezialisieren. Zu diesem Zeitpunkt gelangt die Eizelle auch in das Innere der Gebärmutter und nistet sich an der Schleimhaut ein. Mit Hilfe von Fortsätzen dringt die Eizelle in die Schleimhaut der Gebärmutter ein bis sie vollständig eingebettet ist. Die Einnistung bezeichnet jenen Vorgang vom Anheften an die Schleimhaut bis zur vollständigen Einbettung. Sobald die Eizelle eingenistet ist, können bereits Hormone im mütterlichen Blut oder im Harn nachgewiesen werden. Zwar können die Hormone bereits nachgewiesen werden, die meisten Frauen bekommen aber bis zu diesem Zeitpunkt von diesem Vorgang in ihrem Körper nichts mit. Die vollständige Einnistung ist ab dem 22. oder 23. Tag nach der Befruchtung abgeschlossen. So dauert es noch etwa 5 bis 6 Tage bis die Regelblutung ausbleibt.

Es gibt Frauen, welche die Einnistung allerdings durch leichtes Ziehen im Unterbauch und leichte Blutungen sehr wohl spüren und bemerken. Die leichten Blutungen können dadurch entstehen, da beim Einnisten kleine Gefäße in Mitleidenschaft gezogen werden.

Anzeichen einer Schwangerschaft

Wenn die Regelblutung ausbleibt, kann dies bereits ein Hinweis auf eine Schwangerschaft darstellen. Allerdings handelt es sich hierbei um ein unsicheres Anzeichen, denn die Menstruationsblutung kann auch durch andere Ursachen wie beispielsweise Stress ausbleiben. Auch ein unregelmäßiger Zyklus kann die Regelblutung ausbleiben lassen, obwohl keine Schwangerschaft besteht.

Es gibt Frauen, die bereits vor dem Ausbleiben der Menstruationsblutung bemerken, dass etwas in ihrem Körper anders ist. Einige Frauen empfinden bereits in den ersten Wochen der Schwangerschaft etwas Wärme in ihrem Körper. Hierbei werden vor allem Füße und Hände etwas mehr durchblutet, was von den betroffenen Frauen als sehr angenehm wahrgenommen wird.

Es gibt allerdings auch Anzeichen einer Schwangerschaft, welche für die betroffenen Frauen als sehr unangenehm empfunden werden. Diese können solche Ausmaße annehmen, dass die gesamte Schwangerschaft davon in Mitleidenschaft gezogen wird.

Vor allem die morgendliche Übelkeit wird als besonders unangenehm empfunden. Bei vielen Frauen tritt diese in Kombination mit Erbrechen auf. Diese Symptome zeigen sich vor allem in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft.

Die meisten Anzeichen einer Schwangerschaft verlaufen allerdings für die Mütter sehr harmlos und stellen auch keine Gefahr oder Belastung dar. Zudem klingen diese meist nach der 16. Schwangerschaftswoche wieder ab. Auch eine Therapie ist in den meisten Fällen nicht notwendig, außer wenn es zu übermäßigem Erbrechen kommt. Dieses wird als Hyperemesis gravidarum bezeichnet und kann sowohl für die Mutter als auch für das Kind lebensbedrohlich werden. Es wird angenommen, dass die Anzeichen einer Schwangerschaft vor allem auf die Umstellung des Hormonhaushaltes zurückzuführen sind.

Welche Anzeichen der Schwangerschaft können sich ebenfalls zeigen?

  • Die werdende Mutter wird rasch müde

  • Es muss häufiger Wasser gelassen werden

  • Die Mütter leiden an leichten Bauchkrämpfen

  • Viele Frauen fühlen sich aufgebläht

  • Das Ziehen in der Brust kann ebenfalls ein Hinweis auf eine Schwangerschaft sein

  • Da die Brust in der 5. bis 8. Schwangerschaftswoche größer und schwerer wird, zeigt sich zudem ein Spannungsgefühl

  • Die Farbe der Brustwarze und des Warzenhofes ändert sich. Diese werden etwas dünkler. Zudem weiten sich die Venen und treten oftmals in Erscheinung

  • Da der Hormonhaushalt sich verändert, kann es bei den Frauen zu Stimmungsschwankungen kommen

  • Es können sich Störungen beim Appetit zeigen, welche von Meiden bestimmter Nahrungsmittel bis hin zu Essgelüsten reichen können

  • Schwindel, welcher sich vor allem am Morgen zeigt

  • Sodbrennen, welches vor allem nach den Mahlzeiten auftritt

Die aufgelisteten Anzeichen können für sich genommen allerdings auch andere Ursachen als eine Schwangerschaft haben. Zeigen sich allerdings mehrere dieser Symptome oder möglicherweise sogar alle, ist die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft durchaus gegeben. Mit Einschränkungen kann ein Schwangerschaftstest den ersten Hinweis auf eine Schwangerschaft geben. Für die sichere Abklärung sollte allerdings ein Gynäkologe aufgesucht werden, da der Schwangerschaftstest auch ein falsch positives Ergebnis zeigen kann.

Mit Hilfe einer Sonographie kann der Embryo bereits in der 4. bis 5. Schwangerschaftswoche nachgewiesen werden. Ab der 5. bis 7. Schwangerschaftswoche können mittels speziellem Ultraschall auch die Herztöne des Kindes nachgewiesen werden.

Der Verlauf der Schwangerschaft

Die Schwangerschaft wird in drei Trimester eingeteilt, wobei jedes drei Monate oder 13 Schwangerschaftswochen umfasst.

Das erste Trimester

In diesem Abschnitt der Schwangerschaft durchläuft der Embryo eine sehr rasche Entwicklung. Die schwangeren Frauen sind in diesem Teil der Schwangerschaft einer starken hormonellen Umstellung ausgesetzt, was zu Beschwerden führen kann.

Das zweite Trimester

Meist verschwinden in diesem Abschnitt der Schwangerschaft die Beschwerden der Mutter. Das Risiko der Fehlgeburt nimmt im zweiten Trimenon ab und viele Frauen empfinden diesen Teil der Schwangerschaft als sehr angenehm. Oftmals zeichnet sich dieser Abschnitt der Schwangerschaft durch Ausgeglichenheit und Zufriedenheit bei den werdenden Müttern aus. Meist sind in diesem Trimenon auch bereits die ersten Bewegungen des Fötus zu spüren.

Das dritte Trimester

In diesem Abschnitt der Schwangerschaft reift der Fötus vollständig heran. Auch der Körper der Mutter durchläuft weitere Veränderungen und bereitet sich auf die anstehende Geburt vor. Da es in dieser Phase noch zu einer massiven Gewichtszunahme kommen kann, empfinden diese viele Frauen wieder als unangenehm. Kommt es zu einer Frühgeburt kann das Kind aufgrund intensivmedizinischer Betreuung bereits überleben.

Komplikationen in der Schwangerschaft

Während der gesamten Schwangerschaft können sich bei der werdenden Mutter Probleme und Beschwerden zeigen, welche nur in dieser Zeit auftreten. Es gibt zudem Erkrankungen, welche durch die Schwangerschaft ein erhöhtes Risiko zeigen. Allerdings gibt es auch Erkrankungen, welche sich in der Schwangerschaft bessern. Dies ist vor allem bei Schubkrankheiten wie Multiple Sklerose zu verzeichnen. Vor allem in den sogenannten Entwicklungsländern versterben immer noch zahlreiche Frauen während der Schwangerschaft, Geburt oder den Folgen daraus.

Spezifische Erkrankungen durch eine Schwangerschaft

Vor allem in den ersten drei Monaten können sich Übelkeit und Erbrechen zeigen. In den meisten Fällen sind diese Symptome harmlos. Allerdings können sich diese auch als Hyperemesis gravidarum zeigen, welches einer medizinischen Behandlung bedarf. Auch der Blutdruck kann während der Schwangerschaft erhöht sein, wodurch nicht nur die Gesundheit der Mutter sondern auch des Kindes gefährdet ist. Es kann zudem zur Bildung von Ödemen und vermehrter Ausscheidung von Eiweiß über den Harn kommen. Bei der sogenannten Eklampsie handelt es sich um eine schwere Form der Gestose. Dabei kann es zu Krämpfen bis hin zur Bewusstlosigkeit kommen.

Psychische Beschwerden und Erkrankungen aufgrund einer Schwangerschaft

Nicht nur der Körper kann durch eine Schwangerschaft in Mitleidenschaft gezogen werden, sondern auch die Psyche. Eine Studie zeigte, dass etwa 10 Prozent der schwangeren Frauen unter einer Depression leiden. Diese kann sich vor allem nach der Geburt manifestieren. Meist zeigt sich die Depression in der Schwangerschaft mit sehr unterschiedlichen Erscheinungsformen. Oft fühlen sich die werdenden Mütter antriebslos, leer und gleichgültig. Auch das Selbstwertgefühl nimmt nach und nach ab. Oftmals beziehen die betroffenen Frauen die negative Symptomatik auf Dinge, welche die Schwangerschaft betreffen. Psychotische Erkrankungen treten sehr selten während einer Schwangerschaft auf. Bestehen diese allerdings bereits, können sich die Symptome während der Schwangerschaft verschlimmern. Dies begründet nicht nur auf der veränderten Situation der schwangeren Frau, sondern meist müssen auch Medikamente, welche das Krankheitsbild behandeln, abgesetzt werden. Auch Zwangsstörungen können sich während einer Schwangerschaft verschlechtern. Panikattacken können ebenfalls in ihrer Intensität und Häufigkeit zunehmen.

Rauchen, Alkohol und Suchtmittel während der Schwangerschaft

Nikotin, Alkohol und Suchtmittel stellen für das heranwachsende Kind und dessen Entwicklung eine Gefahr dar. Bereits kleine Mengen Alkohol, die regelmäßig getrunken werden, können einen negativen Einfluss auf die Intelligenz des Kindes mit sich bringen. Bei rauchenden Frauen erhöht sich das Risiko einer Frühgeburt. Auch die Gefahr, dass das Kind an ADHS erkrankt, steigt durch das Rauchen während der Schwangerschaft. Neben dem Risiko für Asthma steigt bei Kindern von rauchenden Müttern zudem auch die Gefahr, dass das Geburtsgewicht niedrig ist.

Durch Suchtmittel kann es zu Fehlbildungen beim heranwachsenden Kind kommen. Auch bei einigen Medikamenten ist dieser Effekt nicht ausgeschlossen, weswegen einige Arzneimittel während der Schwangerschaft abgesetzt werden sollten. Hierfür sollte immer Rücksprache mit dem Gynäkologen gehalten werden. Kinder von süchtigen Müttern machen bereits nach der Geburt einen Entzug durch. Oftmals werden sogenannte Substitutionsprogramme während der Schwangerschaft in Betracht gezogen.

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